von Fijula und Fleur

Wir wollen Pamplona noch mal ohne Rucksäcke sehen. Der Tag wird zum Ruhetag erklärt. Zur Ruhe kommen wir jedoch erst mal nicht. Der Grund:
Eine zweite Nacht dürfen wir nicht bleiben in unserer geräumigen Unterkunft. Ausgebucht! Potzblitz!
Der Tag beginnt also wieder mit Packen. Unsere neue Unterkunft liegt 300m weiter in einem Appartmenthaus. Kaum aus dem Aufzug, die Rucksäcke noch schlaff auf den Schultern, fallen wir zunächst mal in ein Café ein und über ein Frühstück her.
Das neue Domizil liegt günstig, ein Waschsalon befindet sich ebenfalls in der Nähe. Vor der Stadtbesichtigung wird also noch gewaschen und dann lassen wir Froggy samt Wäsche im Zimmer. Sie kann maximal noch von einer Socke zur nächsten humpeln, beim kreativen Wäscheaufhängen. An Stadteroberung ist da nicht zu denken.
Die anderen marschieren in die Stadt. Das sind zwei Kilometer, die schafft man locker in Flip-Flops.

Pamplona ist eine Stadt mit wechselvoller Geschichte. Wer schon alles hier war! Potzblitz!
Die Römer, die Westgoten, die Franken, Karl der Große, der Kalif von Cordoba und jetzt wir. Die anderen haben die Stadt meistens zerstört hinterlassen. Das haben wir nicht vor. Wir kommen in Frieden, sozusagen. Wir brauchen nur eine Stützbandage und ein paar Söckchen für Froggy.

Pamplona in der Mittagshitze

Überall in Pamplona trifft man auf die unübersehbaren Zeichen der größten und umstrittensten Attraktion der Stadt – dem Stiertreiben. Es ist Teil der Sanfermines. Das Fest zu Ehren von San Fermin – ein Heiliger und Sohn der Stadt. Alle tragen weiße Kleidung mit roten Halstüchern und feiern 1 Woche lang.Wir streifen durch die Stadt auf historischen Pfaden. Wollen die Kirche besuchen, die uns mehrsprachig begrüßt, aber sie ist cerrado. Potzblitz!

Der Himmel verdunkelt sich, ein Wind kommt auf.
Es wird Zeit, den Rückweg anzutreten, da treffen wir auf einen Pilgerladen. Nichts wie rein ins Eldorado. Unsere Kaufabsichten werden von der Tatsache reglementiert, dass wir den Kram ja tragen müssen.
Für Kleinigkeiten und eine Fußbandage für Froggy reicht es aber. Die trägt sie ja auch am Fuß und nicht auf dem Rücken, denken wir.
An der Kasse treffen wir auf einen Mann, der von Paris nach Dakar läuft. Potzblitz!

Er lässt sich die beste Strecke erklären. Der Ladenbesitzer warnt dramatisch, dass die Mitte Spaniens zu heiß sei und die Pilger von der Polizei aufgegriffen werden mit den Worten: „Go home or you die in the heat.“ Das wüßten wir aber, uns schickt man nicht einfach nach Hause. Notfalls laufen wir nachts. Das macht nämlich der Herr “Paris-Dakar“, nachts mit der Stirnleuchte laufen. Wir kommen ins Gespräch und er bietet uns schon an mitzulaufen. Wir lehnen dankend ab. Nachts sieht man doch nur die Stirnleuchten der anderen irrlichtern und nichts von der Umgebung.


Raus aus dem Laden und hinein ins Unwetter. Ein Gewitter geht auf Pamplona nieder. Donner und Blitz! Potzblitz!
Damit haben wir nicht gerechnet und weder Schirm noch Poncho dabei. Was nun? Wir denken daran, eine Abdeckplane zu kaufen und über unsere Köpfe zu halten, befürchten aber, dass uns der nächste Windstoß direkt nach Dakar befördert.

Der Blick fällt auf eine Rolle schwarzer Müllbeutel, 100 Liter. Das sollte reichen, unser Körper regendicht zu verhüllen.
Lachend kreieren wir uns ein chices Regenoutfit – sogar mit Kapuze.
2 km lang ist unser Laufsteg zurück zum Hotel. Wir schlappen durch den Regen und amüsieren uns köstlich.