Wir sind in Spanien. Es ist der zweite Tag auf unserm 474 km langen Fußmarsch nach Santiago de Compostela.

Es beginnt abenteuerlich.

Das Flugzeug ist verspätet. Wir sind glücklich, dass es überhaupt kommt.

Der Shuttlebus zum Busbahnhof ist weg, jemand schenkt uns ein Ticket für den nächsten Bus. Soviel Glück.

Der Anschlussbus nach Burgos ist ausgebucht, wir müssen 4 Stunden auf den nächsten Bus warten. Wir laufen durch die Stadt, um ein Restaurant zu finden. Eine Frau führt uns zu einem kleinen Restaurant mit vorzüglichen Pinchos ( wie Tapas) zu winzigen Preisen. Noch mehr Glück.

Unser Bus um 22: 15 Uhr hat Verspätung, wir werden nicht vor Mitternacht in Burgos sein und wollen morgen 20 km laufen. Unser Apartment hat Selbst-Check-in und ist auch sonst ein Traum. Was für ein Glück.

Nächster Morgen um sieben. Der Vermieter hat uns Kaffee dagelassen, die Sonne scheint und ein Teil der Gruppe macht Speedating mit Burgos. Es geht zur Kathedrale, dort werden einer deutschen Reisegruppe geschichtliche Fakten erklärt, die auch interessant sind und von uns glücklich mitgenommen werden.

Das Taxi nach Hornillos del Camino ist ein E-Fahrzeug und der Fahrer fährt 5 Pelerines samt fünf großen Mochilas (Rucksäcke) plaudernd zur letzten Etappe des vergangenen Jahres. Während der Fahrt weist er uns noch auf die Schönheit seines Landes zur Rechten und Linken hin sowie auf Schönheiten, die wir noch durchqueren werden. Was für ein glücklicher Moment.

In Hornillos gibt es noch einen Kaffee, denn damit haben wir letztes Jahr aufgehört, und schon geht es auf den Weg. Es läuft geschmeidig. Das Wetter ist sonnig und warm. Wir durchqueren wunderschöne Landschaften und bleiben in der Albergue Santa Brigida auf eine kleine Tortilla und einen Kaffee hängen.

Alle haben das Gefühl, dass der Geist erst noch ankommen muss, während der Körper langsam seinen Laufrythmus ins Glück findet.

Es geht weiter bis Castrojerez. Eine Unterkunft haben wir nicht gebucht und fragen uns durch. Manche Herbergen sind ausgebucht, aber schließlich landen wir in der Albergue de peregrinos Ultreia. Das Ehepaar, das die Herberge leitet, ist ultranett und wir bekommen einen Schlafsaal mit 10 Betten für uns allein. Glück gehabt.

Tau – das Symbol der Erlösung

Duschen – Wäsche waschen – Abendessen mit Heidi und Ruth aus der Schweiz sowie einem netten Japaner. Anschließend gibt es eine Führung durch den Weinkeller aus dem 1. Jahrhundert, dem sich noch ein weiteres Paar aus London anschließt.

Wir haben Spaß und stellen fest, dass das Glück mitreist, und hoffen, es hat das gleiche Lauftempo wie wir.